Hamburg ist geologisch keine Einheit. Im Norden und Westen liegen Geestflächen mit Sanden und Geschiebemergel, im Süden und entlang der Elbe die Marsch mit Klei, Torf und Schlick. Wer beides verwechselt, plant die falsche Gründung.
Kritisch sind vor allem die Weichschichten der Elbmarsch: Torflagen mit sehr geringer Tragfähigkeit, teils mehrere Meter mächtig, oft ohne Vorwarnung im Lageplan. Dazu kommen im Hafen- und Innenstadtbereich alte Auffüllungen aus Trümmerschutt, Schlacke und Bauabfall – die tragen mal, mal nicht, und sind je nach Herkunft belastet.
Der dritte Punkt ist das Grundwasser. In weiten Teilen der Stadt steht es hoch, in Elbnähe tidebeeinflusst. Für Keller, Baugruben und Versickerungsanlagen ist die Frage nach dem Bemessungswasserstand meist wichtiger als die nach der Tragfähigkeit.

